Grundsätzliches über die Haltung
von Agamen im Terrarium
Warum stellen wir auf unserer Seite
verschiedene Produkte aus der Terraristik
vor ?
Fast jeden Tag bekommen wir Mailanfragen
bezüglich Haltung, Pflege und Einrichtung
von Terrarien.
Dies zeigt das oftmals eine Verunsicherung
besteht welches Produkt
wie und wann eingesetzt werden sollte
oder wie man bestimmte Probleme im Terrarium
lösen kann.
Gerade wenn man vor einem Regal steht,
fällt es oft schwer sich für das richtige
Produkt zu entscheiden.
Jeder Hersteller verspricht viel
aber was ist Sinnvoll und hat den besten
Nutzen im Terrarium und für unsere Tiere ?
Grundsätzlich werden leider oftmals Produkte
verwendet,
deren ursprüngliche Bestimmung nicht das
Terrarium ist.
Natürlich gibt es zum Beispiel auch Lampen
im Baumärkten,
aber diese Lampen verfügen nicht über das
Farbspektrum das unsere Tiere benötigen.
Es würde auch niemand mit Bauchschmerzen zum
Zahnarzt gehen,
anderseits hat er aber Medizin studiert ...
nur ist sein Fachgebiet ein völlig anderes !
Gerade in Zeiten in denen die Haltung von
Tieren in Gefangenschaft
vom Gesetzgeber reglementiert wird,
und von Tierschützern verurteilt wird,
sollte der Halter solcher Tiere alles daran
setzen
seinen Tieren eine möglichst Artgerechtes
Umfeld zu bieten.
Es gibt genügend Produkte von
Terraristikherstellern
die uns dabei unterstützen.
Allerdings gibt es auch Hersteller die
einfach nur sinnlose Produkte
auf den Markt bringen um einfach etwas zu
verkaufen.
Wir haben die einzelnen Bereiche hier bewusst Thematisch Unterteilt
Weitere Anregungen entnimmt man der Literatur sowie dem
Gutachten über die Mindestanforderungen
Mindestanforderungen an die Haltung von
Reptilien
Gutachten des BML vom 10. Januar 1997
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren,
pflegen und verhaltensgerecht unterbringen;
er darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken,
dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden (§ 2 des
Tierschutzgesetzes).
Deshalb müssen vor dem Kauf eines Reptils Kenntnisse
über die Biologie der betreffenden Art
und die sich daraus ergebenden Haltungsanforderungen erworben
sowie ein Terrarium für seine artgemäße Haltung vorbereitet werden.
Dem Erwerb von Nachzuchten ist grundsätzlich der Vorzug zu geben.
Arten, die der fachlich informierte (sachkundige) Anfänger halten kann
oder die nur der Spezialist halten soll, sind im Gutachten besonders
gekennzeichnet.
Alle nicht oder als „nur für den Spezialisten geeignet“ gekennzeichneten Arten
sowie alle Chamäleons eignen sich nicht für den „Einstieg“ in die
Reptilienhaltung.
Das Gutachten soll und kann das Studium entsprechender Fachliteratur nicht
ersetzen
und ist als alleinige Quelle für den Erwerb von Wissen
über die Reptilienhaltung nicht geeignet.
Die Angaben im speziellen Teil entsprechen dem derzeitigen Erkenntnisstand;
sie sollen in regelmäßigen Abständen auf ihre Aktualität überprüft
und erforderlichenfalls überarbeitet werden.
I. Allgemeiner Teil
1. Klimatisierung und Beleuchtung
Reptilien sind wechselwarme (ectotherme) Tiere,
deren Lebensfunktionen in hohem Maße von den Umweltbedingungen abhängen.
Demzufolge ist eine den natürlichen Verhältnissen
entsprechende Klimatisierung der Gehege
für ihre erfolgreiche Pflege und Zucht von entscheidender Bedeutung.
Um das zu gewährleisten, ist entsprechend der artspezifischen Bedürfnisse
in der Regel ein Temperaturgefälle im Haltungssystem
und eine Nachtabsenkung der Umgebungstemperatur notwendig.
Die Spannbreite dieser Minimal- und Maximaltemperatur
sowie die Vorzugstemperatur können sehr verschieden sein;
Hinweise dazu werden im speziellen Teil gegeben.
Insbesondere muss berücksichtigt werden,
dass viele Reptilien thermoregulatorische Verhaltensweisen besitzen,
die es ihnen ermöglichen,
während der Aktivität eine mehr oder weniger konstante Körpertemperatur
(auch als „Betriebstemperatur“ bezeichnet) aufrecht zu erhalten.
Für bestimmte Arten ist auch die mit Licht gekoppelte Strahlungswärme wichtig.
Auf die Verwendung geeigneter Lampen/Leuchtstoffröhren
und die sachgerechte Anbringung ist zu achten
(u. a. wegen Verbrennungsgefahr).
Die Beleuchtungsintensität hat für die Aktivität,
die Färbung und die Gesundheit Bedeutung.
Zwei weitere wichtige Faktoren für die Gesunderhaltung der Reptilien
sind die Luft- und die Substratfeuchtigkeit.
Einzelheiten sind im speziellen Teil dargelegt.
Alle Umweltfaktoren sollen den natürlichen Verhältnissen
der Herkunftsbiotope weitestgehend entsprechen.
Dabei muss berücksichtigt werden, dass nicht nur das Makroklima,
d. h. die aus einem Klimaatlas gewonnenen Daten,
sondern vor allem das Mikroklima,
das mitunter erheblich vom Makroklima abweichen kann,
für die Gesundheit und das Wohlbefinden entscheidend ist.
Geeignete Geräte zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit
müssen vorhanden sein.
2. Ernährung
Zu gewährleisten ist eine der jeweiligen Art adäquate Ernährung.
Das eingesetzte Futter muss einen den Ernährungsbedürfnissen entsprechenden
Gehalt
an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen aufweisen.
Für Möglichkeiten einer artgemäßen Wasseraufnahme ist zu sorgen.
3. Terrariengestaltung
Die Gehegegestaltung bzw. die Infrastruktur des künstlichen Lebensraumes
muss sich an den Bedürfnissen der zu pflegenden Art orientieren
(z. B. Graben, Wühlen, Klettern, Schwimmen).
Zu den wichtigsten Mindestausstattungen gehören:
- geeignetes Bodensubstrat in genügender Höhe,
- Versteckmöglichkeit,
- eventuell Wasserbecken, Badebecken,
- eventuell Klettermöglichkeiten (Felsen, Äste, Zweige) in geeigneter Größe und
Dimension,
- eventuell Bepflanzung zur Herbeiführung eines geeigneten Mikroklimas, als
Versteckmöglichkeit u. a.,
- bei Haltung geschlechtsreifer eierlegender Weibchen
- spezielle Eiablagemöglichkeit. Sichtschutzeinrichtungen innerhalb eines
Geheges
- oder zwischen einzelnen Gehegen können erforderlich sein.
4. Vergesellschaftung
Um sozialen Stress bei Paar- und Gruppenhaltung zu vermeiden,
muss auf die natürliche Sozialstruktur geachtet werden,
wobei im Terrarium jedoch nicht immer die natürliche Sozialstruktur,
z. B. mit einem dominanten und mehreren rangniederen Männchen in einer Gruppe,
möglich ist.
Auch müssen individuelle Unterschiede der Tiere bei der Vergesellschaftung
berücksichtigt werden.
Es kann erforderlich sein, mehrere Futterstellen einzurichten.
Eine Vergesellschaftung verschiedener Arten
mit gleichen Biotopansprüchen ist möglich;
die Tiere dürfen sich jedoch gegenseitig nicht negativ beeinflussen.
5. Terrariengröße
Allgemeingültige Angaben zur Gehegegröße können nicht gemacht werden.
Die Maße sollten sich auf die Kopf-Rumpf-Länge,
Körperlänge oder Panzerlänge beziehen
und den natürlichen Bewegungsbedarf angemessen berücksichtigen.
Im speziellen Teil werden dazu Richtwerte genannt.
Sind bauliche Veränderungen zur Erfüllung der Richtwerte nötig,
so ist dies bei der Festlegung von Übergangszeiten entsprechend zu
berücksichtigen.
Bei größeren Um- und Neubauten ist von ca. 5 Jahren,
von Planungsbeginn an, auszugehen.
6. Pflege
Eine artgemäße Pflege schließt Grundnormen der Sauberkeit und Hygiene,
eine regelmäßige Gesundheitskontrolle
und erforderlich werdende Behandlungsmaßnahmen ein.
7. Sonderbedingungen
Für Quarantäne und Behandlung erkrankter Tiere
sowie bei der Simulation von Ruhephasen
und der Aufzucht von Jungtieren
können besondere Haltungsbedingungen erforderlich sein.
Für die vorübergehende Haltung von Reptilien im Groß- und Einzelhandel
sind die unter Punkt III.1 aufgeführten Ausnahmen bei der Raumzumessung
und der sozialen Zusammensetzung tolerierbar.
Anforderungen an die Haltung im Rahmen von Reptilienbörsen
sind unter Punkt III.2 dargestellt.
Sonderbedingungen für die Haltung von Reptilien in
Zirkussen und Schaustellungen,
einschließlich Wanderschaustellungen, werden abgelehnt
weiter Informationen erhalten Sie bei der DGHT